Ausgabe November / Jänner 2009 / 2010

 

Aus dem Inhalt der aktuellen Ausgabe

Chanukka, Oelbild
"Chanukka" von Dora Barzilai
Die Künstlerin, in Israel geboren, lebt derzeit
in Wien und unterrichter Hebräisch und Kunst.
Für das AKH Wien und die Universität Innsbruck
hat Dwora Barzilai je ein Bronze-Denkmal
für Opfer des Holocaust gestaltet



Israels neuer Mann in Wien

Aviv Shir On, designierter Botschaft Israels für Österreich, im Gespräch mit Joanna Nittenberg

Mit  dem neu designierten Botschafter des Staates Israel für Österreich und Slowenien, Aviv Shir On, kommt ein hochrangiger und erfahrener Diplomat nach Wien. 1952 in Tel Aviv als Sohn europäischer Eltern geboren – seine Mutter stammt aus Deutschland und kam bereits 1936 nach Palästina, sein Vater wanderte 1938 aus Ungarn als überzeugter Zionist aus – der Großteil seiner Familie wurde ein Opfer der Shoah.

Beide Eltern dienten als Freiwillige in der britischen Armee, um den Feldzug Rommels aufzuhalten. Paradoxerweise, aber nicht untypisch, engagierten sie sich dann intensiv im Kampf gegen die Briten für die Unabhängigkeit Palästinas, mit britischen Waffen und Know-how. Während des Yom Kippur Krieges 1973 diente Shir On als Panzeroffizier auf den Golanhöhen in einer Einheit, die total aufgerieben wurde und viele Verluste erlitt.

Er studierte an der Hebräischen Universität in Jerusalem Internationale Politik und trat 1978 in den Diplomatischen Dienst ein. Sein fließendes Deutsch lässt sich nicht nur auf  seine Herkunft zurückführen, sondern auf diverse Missionen in deutschsprachigen Ländern. In den Jahren 1981 bis 1985 Erster Sekretär der israelischen Botschaft in Bonn und  dann 1988–1993 Leiter der Informations- und Presseabteilung in derselben. Ebenfalls deutschsprechend in Bern, wo er in den Jahren 2003 – 2006 als Botschafter für die Schweiz und Liechtenstein fungierte. Außerdem beteiligte er sich an den Madrider Friedensgesprächen, sowie an den Friedensverhandlungen mit Jordanien. Darüber hinaus wirkte Aviv Shir On als diplomatischer Berater von Wirtschaftsminister Jossi Bellin und als Teilnehmer an zahlreichen internationalen Friedenskonferenzen. In Washington war er als Gesandter für Kongressabgeordnete zuständig. 

Vor seiner Berufung nach Österreich bekleidete er das Amt des stellvertretenden Generaldirektors für Medien und Öffentlichkeitsarbeit  im Außenministerium in Jerusalem. Aviv Shir On ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Aviv Shir On

INW: Wie sehen Sie heute die Beziehungen zu Österreich?

Aviv Shir On: Die Beziehungen haben sich in letzter Zeit verbessert. Wichtig ist es  Kontakte auch auf kultureller, wissenschaftlicher und persönlicher Ebene zu intensivieren. Zahlreiche Projekte sind in Planung, viele geschehen auch ohne direkte Beteiligung der Botschaft. Habe auch beste Kontakte zum österreichischen Botschafter in Israel, Michael Rendi, mit dem wir einige  gemeinsame Aktionen planen. Auch Sport, insbesondere in letzter Zeit Fußball, ist ein bewährtes Mittel Menschen  zusammenzubringen. Wichtig ist es, ein gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufzubauen. Politisch ist es ein wenig schwieriger, Österreich hat seine eigenen Positionen. Enttäuschend der Umstand, dass die österreichische Delegation bei der Rede Ahmadinejads nicht den Saal verlassen hat. Das Gespräch hingegen mit Außenminister Avigdor Liebermann und seinem Amtskollegen Michael Spindelegger verlief in einer guten Atmosphäre und die Stimmenthaltung Österreichs beim Goldstone Bericht  ist ein positives Zeichen, obwohl mir eine Ablehnung gerechter erschiene und lieber wäre.

Das Image Israels hat sich in den letzten Jahren wesentlich verschlechtert. Worauf ist es zurückzuführen und wie kann man dem entgegenwirken ?

Aviv Shir On: Wir sehen heute eine Delegitimation des Staates Israel. Kein Staat der Welt muss um seine Berechtigung so kämpfen wie wir. Israel wurde als jüdischer Staat gegründet und muss seit über 60 Jahren um diese Anerkennung ringen. Nur  zwei arabische Staaten, nämlich Ägypten und Jordanien, unterhalten diplomatische Beziehungen  mit Israel. Kein anderer Staat steht so im Visier der Kritik wie dieses Land. Nach jahrelangen Raketenangriffen hat Israel sich entschlossen, dem ein Ende zu setzen. Ich kann mir kein Land, besonders in Europa, vorstellen, das  sich dies so lange gefallen lässt. Wir sind leider ein Staat, der noch immer für seine Existenz und gegen den Terror kämpfen muss. Der bereits erwähnte Goldstone Bericht  stellt eine eklatante Ungerechtigkeit dar. Bereits  der Auftrag – Untersuchung der Kriegsverbrechen Israels – birgt schon eine Vorverurteilung, was einem bei der Zusammensetzung dieses Gremiums nicht erstaunt. Nachdem dort vorwiegend arabische Staaten vertreten sind, findet jede gegen Israel gerichtete Resolution  automatisch eine Mehrheit.

Iran stellt heute nicht nur für Israel eine enorme Bedrohung dar. Wie schätzen Sie die Maßnahmen der Europäer und der Amerikaner ein?

Aviv Shir On: Wir müssen vor allem darauf achten, nicht zu naiv an dieses Problem heranzugehen. Es ist ein Problem, das nicht nur Israel betrifft, auch  für die USA und Europa könnte eine Atommacht Iran unter diesem  Regime sehr gefährlich werden und die Relationen im Nahen Osten total verändern.  Bis vor kurzem hatte Israel das Gefühl, ganz alleine dieser Bedrohung  ausgesetzt zu sein. Langsam aber sicher hat die Welt die Gefahr erkannt und meiner Meinung nach muss man dem neuen Präsidenten der USA ein wenig Zeit lassen und vertrauen, den richtigen Weg zu finden. Vorrangiges  Ziel ist es, auf friedlichem Wege Iran daran zu hindern, sein atomares Programm weiter zu verfolgen. Sollte dies Präsident Obama gelingen, hat er unsere vollste Unterstützung. Denn ich glaube, dass zuerst alle friedlichen Möglichkeiten eingesetzt werden sollten, um einen gewaltsamen Konflikt zu vermeiden, den niemand in Europa oder Amerika haben will. Der Dialog muss geführt werden, aber wir dürfen uns keine Nachlässigkeiten leisten.

Nachdem die Hamas immer mehr an Einfluss gewinnt, wie sehen Sie die Chancen des Friedensprozesses?

Aviv Shir On: Seit der Entstehung des Staates Israel war  es das Ziel  der arabischen Staaten, den neugegründeten Staat nicht anzuerkennen, beziehungsweise zu vernichten und daher lebt Israel im permanenten Kriegszustand. Daran hat sich auch heute im Grunde nicht viel geändert, wenngleich Israel militärisch und wirtschaftlich stärker geworden ist. Langsam  scheint es, dass sich  ein Teil der Araber mit der Existenz des Staates abfindet, und danach strebt, andere Lösungen zu finden. Sowohl in Israel als auch bei den Palästinensern hat die Zwei-Staaten-Lösung  eine nicht unerhebliche Anhängerschaft gefunden. Die Tragödie des palästinensischen Volkes ist, dass es seit über 60 Jahren über dasselbe verhandelt, was es bei der Teilung abgelehnt hat. Man darf im Nahen Osten die Hoffnung nie verlieren, viele der arabischen Staaten zeigen nunmehr Bereitschaft für eine friedliche Lösung, insbesondere beunruhigt von dem Machtstreben des derzeitigen iranischen Regimes, wie zum Beispiel Saudi Arabien,  aber auch Syrien. Es wird jedoch ein langwieriger und schwieriger Prozess, der uns bevorsteht.

Als Vertreter des Staates Israel  stehen Sie auch in Beziehung mit der jüdischen Gemeinde. Wie sehen Sie Ihre Rolle diesbezüglich?

Aviv Shir On: Selbstverständlich sind Juden in Österreich keine Israelis, sondern österreichische Staatbürger. Wir respektieren  ihre Einstellungen, auch wenn sie sich nicht immer mit unseren decken. Ich persönlich habe während meiner Auslandsdienste die jeweilige jüdische Gemeinde als meine zweite Heimat empfunden und immer  enge Beziehung dazu gepflegt. Uns bedeutet die Solidarität und das Verständnis für unsere Problematik sehr viel, insbesondere weil auch in den Medien oft nur einseitige und tendenziöse Meldungen zu finden sind und viele davon antisemitische Tendenzen beinhalten. Israels Kritik ist eine  berechtigte Sache, aber wo immer Antisemitismus im Spiel ist, muss man es klar und entschieden ablehnen. Diesbezüglich wird Israel die Gemeinden auch immer öffentlich unterstützen.
INW: Herzlichsten Dank für das Gespräch und viel Erfolg für Ihre diplomatischen Aktivitäten.

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In Memoriam Marek Edelman

Der letzte Anführer des Warschauer Ghetto-Aufstandes von 1943 ist tot.

So ungewöhnlich das Leben Marek Edelmans war, so ungewöhnlich war sein letzter Weg.

Obwohl er im Warschauer Getto-Aufstand 1943 zu den Anführern der jüdischen Kampforganisation zählte, wollte er nie ein Held sein. „Wir waren jung", wir wollten leben", erklärte er ein ums andere Mal. Heldenpathos war ihm zuwider. Er möchte es nicht, wenn ihn zu Gedenktagen Heerscharen von Journalisten heimsuchten und ihm die immer gleichen Fragen stellten. Doch er gab Antwort, sah es als seine Pflicht an, die Erinnerung an die polnischen Juden wachzuhalten. Schließlich war er nur deshalb nach dem Krieg in Polen geblieben, als „Wächter der jüdischen Gräber". Er blieb sogar, als 1968 – nach der antisemitischen Hetzkampagne der Kommunisten in Polen – seine Frau mit den beiden Kindern in Paris blieb und fast alle seine Freunde nach Israel und in die USA emigrierten.

Symbolbild

Als der 90-Jährige Edelman nun am 2. Oktober in Warschau starb, nahmen Soldaten neben seinem Sarg vor dem Denkmal des Gettoaufstandes Aufstellung. Namhafte Intellektuelle wie Adam Michnik und Aleksander Smolar ehrten den alten Freund und Weggefährten als moralische Autorität und eben doch als „Helden", auch wenn er selbst sich nie als einen solchen sehen wollte. Über dem Sarg lag die rote Fahne des „Allgemeinen jüdischen Arbeiterbundes von Litauen, Polen und Russland". Sänger intonierten die Hymne des Bundes in jiddischer Sprache. Der „Bund" war das eigentliche Zuhause Edelmans. Bis zum Ende blieb Edelman den Idealen der jüdisch-sozialistischen Partei treu.

Anders als die zionistischen Parteien Vorkriegspolens war der Bund überzeugt, dass die Zukunft der rund 3,5 Millionen polnischen Juden nicht in einem eigenen jüdischen Staat im Nahen Osten liege, sondern in einer Veränderung der bestehenden Gesellschaftsverhältnisse. Doch im Zweiten Weltkrieg ermordeten die Deutschen fast alle polnischen Juden. In Polen übernahmen die Kommunisten die Macht und errichteten eine neue Diktatur. Der jüdische Arbeiterbund löste sich auf

Edelman

Edelman studierte in Lodz Medizin und wurde Kardiologe. Er wurde berühmt, als seine Klinik als erste in Polen Herztransplantationen durchführte. Gleichzeitig engagierte sich der Arzt seit den siebziger Jahren in der demokratischen Opposition und war 1980 einer der Mitbegründer der Gewerkschaft „Solidarnosc". 1981 internierten ihn die Kommunisten, doch nach Protesten aus dem Westen wurde er freigelassen. schloss sich den polnischen Bürgerrechtlern und später der Freiheits- und Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc an. Nach der demokratischen Wende von 1989 unterstützte Edelman Aids-Kranke, nahm polnische Roma vor Übergriffen in Schutz, kämpfte gegen die Auschwitz-Lüge, setzte sich für Kosovo-Flüchtlinge ein. Die Deutschen betrachtete er mit kritischer Aufmerksamkeit. Es gehe nicht darum, dass sie um Vergebung bitten. Sie sollten aber ihren Platz in der Weltgeschichte kennen, sagte er in einem Zeitungsinterview. Jedes Jahr am 19. April legte Edelman am Gettodenkmal Blumen nieder – zum Gedenken an die 220 Aufständischen von 1943 wie auch in Erinnerung an die fast 500.000 jüdischen Frauen, Kinder und Männer im Warschauer Getto, die an Hunger und Krankheiten starben oder von den Nazis im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurden. In den ersten Jahren nach dem Krieg ging Edelman alleine, später mit dem kleinen Sohn an der Hand und schließlich begleitet von einigen Freunden und Jugendlichen. Nur ein einziges Mal – zum 50. Jahrestag des Gettoaufstandes 1993 – nahm Edelman an einer offiziellen Gedenkfeier teil. Er lehnte es ab, seine private Trauer politisch instrumentalisieren zu lassen und wollte sich an keinem 19. April mit einem Politiker fotografieren lassen.

Bereits 1946 schrieb Edelmann seine noch frischen Erinnerungen auf und publizierte das Büchlein. „Das Ghetto kämpft". Danach verstummte er für 30 Jahre. Erst gegenüber der Reporterin Hanna Krall begann Edelmann 1977 erneut über das Leben und Sterben im Getto zu erzählen. Ihr Buch „Dem lieben Gott zuvorkommen" wurde in fast alle Sprachen der Welt übersetzt. Wenn es um Leben und Tod gehe, dürfe man nicht auf Gott warten, war Edelman überzeugt. Sowohl im Getto als auch später als Kardiologe habe er immer wieder todgeweihte Menschen ins Leben zurückgeholt. „Im Grundsatz ist das Wichtigste das Leben", war er überzeugt. Allerdings habe er vor allem die Kräftigen ausgewählt. Denn: „Wenn man lebt, ist es die Freiheit. Man ist bereit, sein Leben für die Freiheit zu geben. Wie soll man also sagen, was das Wichtigste ist?"

Schloss sich Edelman den Aufständischen an, weil es würdevoller war, mit der Waffe in der Hand zu sterben, statt sich „wie Schafe zur Schlachtbank" treiben zu lassen? „Mein Kind", sagte er Hanna Krall. „Du musst das endlich verstehen. Diese Menschen gingen ruhig und würdevoll. Es ist schrecklich, wenn man so ruhig in den Tod geht. Das ist wesentlich schwieriger als zu schießen. Es ist ja viel leichter, schießend zu sterben, als für einen Menschen, der auf den Waggon zugeht und dann im Waggon fährt und dann eine Grube für sich gräbt und sich dann nackt auszieht… Verstehst Du das jetzt?"

Als sich der Trauerzug vom Gettomahnmal zum Jüdischen Friedhof in Bewegung setzte, spielte eine Jazzband die Lieblingsstücke Edelmans sowie Klezmer aus seiner Jugendzeit im Vorkriegspolen. Über tausend Warschauer schlossen sich dem Zug an und gingen noch einmal mit Edelman durch die Straßen des ehemaligen Warschauer Gettos. Auf dem Friedhof erwies der polnische Staat Edelman die letzte Ehre: Soldaten nahmen Hab-Acht-Stellung ein, die Nationalhymne Polens schallte über die Gräber hinweg und der Oberrabbiner Polens sprach das Kaddisch. Gabriele Lesser

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GedenksteinGedenkstein in Minsk

 

Am 18. September hat der Generalsekretär des österreichischen Außenministeriums, Botschafter Kyrle, in Minsk einen Gedenkstein für die mehr als 9000 in Weissrussland ermordeten österreichischen Juden enthüllt. Allerdings nicht am Ort der Morde – Mali Trostinez – sondern auf dem Gelände des ehemaligen Gettos, wo auch die Gedenksteine anderer Städte angebracht wurden. In Mali Trostinez dagegen steht nur ein Denkmal für die gefallenen sowjetischen Soldaten.

Kaddisch für meine Großeltern

Wer ward ihr?
Wer ward ihr?
Warum durfte ich euch nicht kennen?
Was habt ihr gesehen,
als sie euch hinaus stießen aus dem Viehwaggon?
Die breite Chaussee?
Den Wald?
Die Männer mit den Hunden?
Die Gewehre?
Die hämischen Gesichter?
Haben sie euch getrennt?
Haben sie euch vorwärts gestoßen?
Haben sie euch gezwungen, euch auszuziehen,
in aller Öffentlichkeit?
Haben sie euch die letzte Würde genommen?
Sie haben euch die letzte Würde genommen!
Sie haben euch einen unwürdigen Tod angetan.
An einem unwürdigen Ort
in Kälte, Fremde, Einsamkeit.
Keiner war da, der mitgef ühlt hätte!
Habt ihr euch noch angesehen?
Habt ihr im letzten Moment doch noch Nähe zueinander empfunden?
Habt ihr Angst gefühlt, Entsetzen?
Jenes Entsetzen, das mich schüttelt, wenn ich an euch denke?
Nackt in diesem abweisenden Wald,
in der Kälte vor dem Graben,
in dem vielleicht schon die Leichen jener lagen,
die sie vor euch ermordet hatten?
Ich stehe vor einem Monument,
auf dem ihr nicht erwähnt werdet.
Ich stehe vor einem Monument,
das euch zu anonymen Zahlen ohne Namen und Geschichte macht.
Ich gehe durch einen Park, in dem Bierflaschen herumliegen.
Auf Wegen, voller Zigarettenstummel.
Ich gehe durch diesen Park, der ein Grab ist.
Euer Grab,
auf das ich doch keinen Stein legen kann.

Sussane Scholl, Minsk, im März 2006

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Die Schriftstellerin Herta Müller

h.Mueller

Porträt einer Heimatlosen

Ich mag das Wort ‚Heimat’ nicht, es wurde in Rumänien von zweierlei Heimatbesitzern in Anspruch genommen. Die einen waren die schwäbischen Polkaherren und Tugendexperten der Dörfer, die anderen die Funktionäre und Lakaien der Diktatur. Dorfheimat als Deutschtümelei und Staatsheimat als kritikloser Gehorsam und blinde Angst vor der Repression. Beide Heimatbegriffe waren provinziell, xenophobisch und arrogant", schreibt die Schriftstellerin und diesjährige Nobelpreisträgerin für Literatur Herta Müller in ihrem Essay „In jeder Sprache sitzen andere Augen

Herta Müller wurde 1953 in Nitzkydorf, einem von Banater Schwaben bewohnten deutschsprachigen Dorf, in Westrumänien geboren. Sie wächst in einem Haus auf, in dem kein einziges Buch steht. Ihre Biographie ist geprägt von den beiden totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts. Ihr Vater war bei der SS, ihre Mutter wurde mit 19 Jahren zur Zwangsarbeit in ein Lager in die Sowjetunion deportiert. Und Herta Müller lebte 34 Jahre lang, bis zu ihrer Ausreise 1987, in dem von Angst, Paranoia, Terror und dem Personenkult um Nicolae Ceausescu geprägten kommunistischen Rumänien. Über die Dörfer der Banater Schwaben schreibt sie: Diese deutsche Minderheit wurde als Insel der Nazifritzen gesehen und empfand sich selber als Insel der schuldlos von den Rumänen Bestraften… Unbelehrbar in Bezug auf Hitlers Verbrechen, sang man die Nazilieder als Trinklieder, die doch nur gute Stimmung machten… Man betrachtete sich als kleiner Haufen, der sich sein Eigenstes, sein ‚Deutschtum’, nicht nehmen lässt.

In ihren frühen Büchern „Niederungen" und „Barfüßiger Februar" beschreibt sie nicht nur das triste Leben in jenen Dörfern, sondern sie bekennt, dass der jähzornige, trunksüchtige, brutale Vater, der einstige SS-Mann, auch der Antrieb für ihre schriftstellerische Arbeit gewesen sei.

Über ihn sagt sie:

Er ist in der SS gewesen, nach dem Krieg ins Dorf zurückgekehrt, hat geheiratet und mich gezeugt. Der Tod meines Vaters war der Tod einer Krankheit.

In den Dörfern der Banater Schwaben, nahe der Stadt Temeswar verbrachten auch die rumäniendeutschen Autoren Helmuth Frauendorfer, Rolf Bossert, Richard Wagner und Ernest Wichner ihre Kindheit. Sie schrieben in Rumänien nur in deutscher Sprache, blieben jedoch immer eine Minderheit innerhalb der Minderheit. Ernest Wichner, heute Leiter des Berliner Literaturhauses, schildert das Milieu der Dörfer, aus denen sie kamen: …Nationalistisch eingestellte Eltern gehörten dazu. Väter, die in der SS waren, sekundärtugendhafte katholische Mütter, eine deutschsprachige Bevölkerung, die unter Politik nur Antikommunismus und nationalen Chauvinismus verstand.

Herta Müller studierte in Temeswar Germanistik und Romanistik. Später arbeitete sie als Übersetzerin in einer Traktorenfabrik und als Deutschlehrerin, da sie sich weigerte mit dem Geheimdienst Securitate zusammenzuarbeiten, verlor sie nicht nur den Arbeitsplatz, fortan wird sie immer wieder verhört, bespitzelt, psychisch terrorisiert. Nach dem zweiten Anwerbungsversuch droht man ihr: Es wird Dir noch Leid tun, wir ersäufen Dich im Fluss. Sie wird verleumdet, die Securitate denunziert sie als ‚Spitzel’, Kollegen rufen ihr „Securistin" nach. Die Perfidie der Securitate. Der Prager Frühling sowie die Studentenbewegungen in Paris und Berlin blieben auch in der vergleichsweise westlicheren, liberaleren Vielvölkerstadt Temeswar nicht ohne Einfluss. Die Hauptstadt Bukarest war weit entfernt. Im Jahre 1968 galt der große Conducator, Nicolae Ceausescu, noch als ‚Rebell des Ostblocks’. Er hatte sich geweigert rumänische Truppen an der Seite der Warschauer-Pakt-Staaten in Prag einmarschieren zu lassen. Doch diese Phase seiner Politik sollte nur sehr kurz währen. Schon bald versank Rumänien in unglaubliche Armut und Brutalität. Staatliche Willkür und die allgegenwärtige Bespitzelung durch den Geheimdienst Securitate traumatisierten ein ganzes Land. Ceausescus Träume sind Friedhöfe im Land, schreibt Herta Müller.

Anfang April 1972 wurde die „Aktionsgruppe Banat" gegründet. Unter den Mitgliedern waren die Schriftsteller und Lyriker: William Totok, Richard Wagner, Ernest Wichner, Johann Lippet, Rolf Bossert, Gerhard Ortinau. Frech, frisch und nahezu revolutionär traten sie auf – die Dichter in diesem Club traten kein rumäniendeutsches Erbe an, weder das stalinistische noch das Blut und Boden Erbe, sie lehnten beide radikal ab. Gemeinsam wurden politische und literarische Entwicklungen diskutiert, spontane Auftritte organisiert, gemeinsam wurde publiziert. Und schon damals wusste man: Und immer hörte die Securitate mit. Wir wussten es und sprachen es aus, schreibt Ernest Wichner. Die „Aktionsgruppe Banat" wurde bis 1975 geduldet. Dann schlug die Securitate zu. Es folgten Jahre lang abwechselnd Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmung von Texten, Verhöre, zeitweiliges Publikationsverbot, Reiseverbot, offene und versteckte Todesdrohungen und Verhaftungen. Gerhard Ortinau, William Totok, Richard Wagner und Gerhardt Csejka werden verhaftet. Es dauerte einige Jahre bis sich die Schriftsteller der „Aktionsgruppe Banat" in Temeswar neu formiert hatten – im „Literaturkreis Adam Müller-Guttenbrunn". Den ‚jungen Wilden’ aus der Aktionsgruppe schlossen sich Herta Müller und Helmuth Frauendorfer an. Ein Großteil der Banater Schwaben wurde zu erbitterten Gegnern der Gruppe, weil auch diese Schriftsteller sich wieder kritisch mit unaufgearbeiteter Geschichte, Mitläufertum und Täterschaft im Zweiten Weltkrieg auseinandersetzten. Und im Westen wetterten alsbald die Landsmannschaftsblätter vor allem gegen Herta Müller, aber auch gegen Richard Wagner. Und zu Hause schikanierte sie die Securitate weiterhin: Der Geheimdienst kam und ging, wie er wollte, wenn wir nicht zu Hause waren. […] Das Unheimlichste zog sich über Wochen hin. Von einem Fuchsfell, das auf dem Fußboden lag, wurden nach und nach der Schwanz, die Füße und zuletzt der Kopf abgeschnitten und an den Fuchsbauch drangelegt, erinnert sich Herta Müller an das gespenstisch Eindringen der Securitate in die gemeinsame Wohnung von ihr und ihrem damaligen Ehemann Richard Wagner. Herta Müller und die Autoren rund um den Literaturkreis „Adam Müller-Guttenbrunn" saßen zwischen allen Stühlen – in ihren Heimatdörfern verpönt, weil sie offen den Nationalsozialismus der Elterngeneration angeprangert hatten, von den Kommunisten verfolgt, weil sie deren menschenverachtenden Totalitarismus genauso hart kritisiert hatten. 1987 verließen diese Autoren das Land, das inzwischen den bitteren Beinamen „Ceausima" bekommen hatte – in Anspielung auf die unvorstellbar grauenvollen Zustände im Rumänien der achtziger Jahre – ein makabres Wortspiel mit den Wörtern Ceausescu und Hiroshima.

Sie alle wählten als ihre neue „Bleibe" das damalige West-Berlin

Herta Mueller

Denn das intellektuelle Klima war im West-Berlin der späten achtziger Jahre bereits anders als in der damaligen Bundesrepublik. Die Nähe zum real existierenden Sozialismus hatte die Utopie schon früher sterben lassen. Dazu der Schriftsteller Richard Wagner: Schon damals gab es in Berlin nicht mehr diese pro-kommunistische Haltung der Intellektuellen in der alten Bundesrepublik. Die hielten uns ja alle für reaktionäre Typen, für landsmannschaftliche Typen, die irgendwelche Dinge behaupten, um sich interessant zu machen. Die rumäniendeutschen Autoren um die „Aktionsgruppe Banat" und den „Literaturkreis Adam Müller-Guttenbrunn" blieben in Deutschland. Der Dichter Rolf Bossert begeht 1986, noch in dem Frankfurter Übergangsheim, sechs Wochen nach seiner Ausreise aus Rumänien, Selbstmord. Ein guter Freund von Herta Müller wird, da ist sie bereits in Deutschland, am 1. Mai in Temesvar vom Geheimdienst ermordet.

Seit 1987 hat Herta Müller an die 25 Bücher veröffentlicht, Romane, Essays und Lyrik. 1999 gibt sie einen Band mit Gedichten des jüdischen Lyrikers Theodor Kramer heraus – „Die Wahrheit ist, man hat mir nichts getan". Herta Müller: Wie die Todesfuge von Paul Celan müssten auch Kramers Angstgedichte in den Schulbüchern stehen. Im August 2009 erschien Herta Müllers Roman „Atemschaukel". In dem Buch erzählt sie die Lager-Leidensgeschichte des dadaistischen Lyrikers aus Siebenbürgen Oskar Pastior, der 17-jährig im Januar 1945 in ein sowjetisches Arbeitslager verschleppt wird. Pastior war, wie Herta Müllers Mutter, in die Mühlen der Stalin’schen Politik geraten, der angeordnet hatte, alle 17- bis 45-jährigen Rumäniendeutschen in den Gulag zu deportieren, da er sie kollektiv dafür verantwortlich machte, dass sich das Rumänien des faschistischen Diktators Antonescu Hitler angeschlossen hatte.

Im Oktober 2009 wird sie mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, der ihr am 10. Dezember in Stockholm verliehen wird. In ihrer Wahrheit holen die Texte Herta Müllers die Gemeinheiten, die Menschen einander zugefügt haben und weiterhin zufügen, in die Gegenwart zurück. Das Geheimnis ihrer Arbeit liegt in dem Rätsel beschlossen, dass ihre Bücher schön sind, wenngleich ihr Ernst noch schwerer wiegt als die Schönheit ihrer Wörter, so der ehemalige deutsche Kulturstaatsminister und Herausgeber der ZEIT Michael Naumann anlässlich der Verleihung des Heinrich-Heine-Preises an Herta Müller im September 2009. Henriette Schroeder

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Zerbröckelnde Perle

Die Wiener Werkbundsiedlung

Veitingergasse 71–117, 1130 Wien
Jagdschlossgasse | Jagicgasse | Engelbrechtweg | Woinovichgasse

Haus von Josef Hoffmann
Eines von vier Häusern in der Hietzinger Veitingergasse,
von Josef Hoffmann, Begründer des Werkbundes

Die Bausubstanz ist in äußerst schlechtem Zustand: Bröckelnde Mauern, Risse im Mauerwerk, Spuren von Feuchtigkeit im Sockel und Terrassenbereich, feuchte Keller, Schimmel an den Wänden, morsche Holzteile, undichte Fenster und Dächer laden in einigen Häusern nicht gerade zum Wohnen ein. Teilweise wurden ursprüngliche Fassadenfarben abgeändert und bei baulichen Erneuerungen Glasziegel eingesetzt, Carports und ähnliche Zubauten errichtet, stilistisch unpassende Türen verwendet, Fenster vergittert und Geländer angebracht. Die historischen Bauten der Siedlung sind somit oftmals stark verändert bzw. äußerst desolat.
Die Wiener Werkbundsiedlung wurde 1930–32 nach dem Vorbild der Weißenhofsiedlung in Stuttgart aus dem Jahr 1927 errichtet. Unter der künstlerischen Gesamtleitung Mies van der Rohes hatte die damalige Avantgarde der Architekten aus Deutschland und den Nachbarländern, wie Peter Behrens, Le Corbusier, Walter Gropius, Bruno und Max Taut, 60 Wohneinheiten geschaffen. In diesen Mustersiedlungen wurde modernes Bauen exemplarisch dargestellt, wie auch in Werkbundsiedlungen in Brünn, Breslau, Karlsruhe oder Prag. Neue Wohnformen und Formen des sozialen Zusammenlebens standen im Mittelpunkt der Konzepte. Josef Frank, der für die Stuttgarter Werkbundsiedlung ein Doppelhaus für Familien mit Kindern und Hausmädchen entwarf, war Initiator und Leiter des Baus der Werkbundsiedlung Wien. Im Rahmen der Jahresversammlung 1929 in Breslau hatten die Mitglieder des Deutschen Werkbundes die Einladung der österreichischen Delegation zur Jahresversammlung 1930 in Wien angenommen. Aufgrund dessen wurden Veranstaltungen geplant, deren Schwerpunkt eine zu errichtende Werkbundsiedlung sein sollte. Im Gegensatz zur Weißenhofsiedlung stand nicht die Propagierung neuester Baumethoden oder Stile im Zentrum, sondern die Vielfalt räumlicher und funktioneller Lösungen, die mit reduzierten formalen und ökonomischen Mitteln modernen Bauens erzielt werden konnten.
Die 70 Häuser wurden von insgesamt 32 ArchitektInnen, darunter Josef Hoffmann, Clemens Holzmeister, Ernst Lichtblau, Adolf Loos, Walter Loos, Ernst A. Plischke, Otto Niedermoser, Oskar Strnad, Hans A. Vetter, Arthur Grünberger oder Jacques Groag, geplant. Viele von ihnen mussten während des Nationalsozialismus emigrieren. Als einzige Frau ist Margarete Schütte-Lihotzky mit zwei Reihenhäusern Ecke Jagdschlossgasse/Woinovichgasse vertreten.

Arthur Grünberger
Werkbundhaus in der Jagdschlossgasse,
entworfen von Arthur Grünberger

Die Wohnfläche der Demonstrativbauten liegt zwischen 57 m² und 125 m² und die Grundstücke sind im Durchschnitt 250 m² groß. Die Verbindung zwischen Architektur und Leben, Haus und Garten, innen und außen standen im Mittelpunkt der Projekte. Heute dominiert oftmals der Baum- und Strauchbestand die Gärten und lassen manches Haus dahinter verschwinden.
Im Herbst 1930 wurde mit dem Bau der Siedlung begonnen und am 4.6. 1932 die Ausstellung „Internationale Werkbundsiedlung Wien 1932“ eröffnet. Die Muster unterschiedlicher Häusertypen inklusive Inneneinrichtung konnten zwischen dem 5. Juni und dem 7. August 1932 öffentlich besichtigt werden. Um sie für den Mittelstand finanzierbar zu machen, war die kostengünstige Errichtung der Häuser eine Grundvoraussetzung, die bedingte, dass die Häuser eine geringe verbaute Fläche aufwiesen. Ein wesentlicher Faktor bei der Planung bedeutete deshalb, auf einer relativ kleinen Fläche eine günstige Raumaufteilung zu erzielen. Nach Ausstellungsende waren aber nur 14 Gebäude verkauft, da wenige 1932 das Geld hatten, um sich so ein Haus leisten zu können. Daraufhin übernahm die Gemeinde Wien die verbliebenen 56 Häuser in ihre Verwaltung und vermietete sie. Die Bauten befinden sich heute somit einerseits in Privatbesitz, andererseits im Eigentum von Wiener Wohnen.

Haus André Lurçat
Wie eine Festung wirkt die Häuserzeile
von André Lurçat in der Veitingergasse

Während des Zweiten Weltkrieges wurden sechs Häuser von Hugo Häring, Oskar Strnad und Walter Sobotka bei einem Bombenangriff zerstört. Seit 1978 steht die Werkbundsiedlung unter Denkmalschutz. 1982, 50 Jahre nach dem Bau, beschloss die Gemeinde Wien eine Renovierung der in ihrem Besitz befindlichen Bauten, die Mitte der 1980er Jahre unter Leitung von Adolf Krischanitz unter sorgfältiger Einbeziehung formaler, technischer und funktionaler Gesichtspunkte abgeschlossen wurde. Veränderungen an der Bausubstanz wurden soweit wie möglich rückgängig gemacht. Etwa ein Drittel der Bauten, jene im Privatbesitz, wurden nicht restauriert.
Inzwischen hat der Zahn der Zeit wieder an den Gebäuden genagt und sie sind dringend sanierungsbedürftig. Auch habenMieterInnen die Hausgestaltung oftmals selbst in die Hand genommen, beispielsweise jene des Josef-Frank-Hauses, die mit Hammer und Meißel das überdimensionale Konterfei des Architekten in die abblätternde Fassade gemeißelt haben.
2007 hätte die Siedlung saniert werden sollen, doch nichts geschah, da es sich ja nicht gerade um eine billige Angelegenheit handelt, kostet es doch geschätzte sieben Millionen Euro. Das führte zu einem jahrelangen Politstreit: Die ÖVP fordert eine rasche Sanierung, und dass den Mietern der Gemeindebauten angeboten wird, die Häuser zu kaufen. Die Grünen lehnen diesen vorgeschlagenen Abverkauf an die BewohnerInnen ab, die SPÖ soll rasch ein Gesamtsanierungskonzept der Werkbundsiedlung Wien vorlegen. Wer eine so geringe Miete zahlt, der kann es sich selten leisten, ein Objekt käuflich zu erwerben und dann auch noch die Kosten für eine fachgerechte Sanierung nach strengen Auflagen des Denkmalamtes zu übernehmen. Die Gemeinde Wien und das Bundesdenkmalamt arbeiten an einem umfangreichen Sanierungskonzept für die Siedlung. Die jährlichen Mieteinnahmen machen, lt. Gemeinde Wien, nicht einmal ein Hundertstel der Sanierungskosten aus, eine Sanierung aus den Mieteinnahmen, unterstützt durch Förderungen, wie es bei anderen Wohnhausanlagen üblich ist, käme nicht infrage. Deshalb werde an anderen Finanzierungsmodellen gearbeitet, heißt es.

Doch die Zeit drängt. Petra M. Springer

Mehr Information finden sie hier.

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Letzte Änderung: 14.04.2010
Webmeisterin+Redaktion: Mag. Ditta Rudle
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