
Schoa-Mahnmal von Rachel Whiteread.
auf dem Wiener Judenplatz.Es stellt eine
nach außen gekehrte und hermetisch
abgeschlossene Bibliothek dar.
Ein mysteriöser ungarischer Pelzhändler und seine 13jährige Tochter fahren im „totalen Krieg“ mit einem einzelnen Güterwaggon, den sie dem Teufel abgekauft haben, auf die Schweizer Grenze nach Rorschach zu.
Rorschach ist eine Schweizer Stadt am Bodensee. 1942 protestierten Schülerinnen in Rorschach in einem Brief gegen die rigide Flüchtlingspolitik der Schweizer Regierung, wurden jedoch brutal zum Schweigen gezwungen. "Das Boot ist voll” war die Devise, Flüchtlinge wurden “ausgeschafft” oder schon an der Grenze abgewiesen.

Der Name Rorschach weckt aber auch die Assoziation zum berühmten Rorschach-Test, geschaffen vom Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker Hermann Rorschach. Rorschach testete das Wahrnehmungsvermügen und diei Intelligenz seiner KlientInnen anhand von 15 Karten, auf denen Tintenkleckse abgebildet sind. Diese Tintenkleckse gleichen frappant den Bildern von Pelzen…
Neues Musiktheater unter Verwendung von Textstellen aus “Die Tragödie des Menschen” von Imre Madách (1823-1864) und Franz Liszts Faust-Sinfonie, adaptiert für Computerflügel.
Der Rorschach Text von Thomas Desi (Text / Regie), Musik von Franz Liszt und Ruggiero Leoncavallo, mit Tristan Jorde (Faust), Karl Maria Kinsky (Luzifer), Mia Krieghofer (Mädchen), Judith Halász (Sopran).
Theater Hamakom-Nestsroyhof, Nestroyplatz 1, 1020 Wien. Premiere: 9. Oktober, 19.30 Uhr.
Weitere Vorstellungen: 10.–13. Oktober, 16.–18. Oktober,
jeweils 19.30 Uhr.

"Michael" ist 1929 im Verlag der NSDAP erschienen und hatte bereits 1942 seine 17. Auflage. Es ist ein halb-autobiographisches, pseudoliterarisches Werk, das ganz im Dienste der nationalsozialistischen Propaganda stand und den Aufstieg des Nationalsozialismus beschreibt.
Die Handlung selbst ist mehr als einfach. Michael ist ein ehemaliger Frontsoldat des 1. Weltkrieges, der seine eigene Bedeutungslosigkeit mit Phantasien von Omnipotenz kombiniert und auf der Suche nach dem „Erlöser“ ist, der helfen soll, dass Deutschland „erstarkt“.
Christus ist in Goebbels Werk kein Jude, die Juden sind an Michaels Misere, die gleichzeitig die von Deutschland sein soll, da Michael sich als Person mit Deutschland gleichsetzt, schuld. Am Ende des Romans stirbt Michael in einem Bergwerk.
Der Chefideologe, der Propagandaminister des III. Reiches, war zu einem großen Teil für die Gläubigkeit der Menschenmassen an das Nazireich verantwortlich und er hat den Holocaust ideologisch vorbereitet und geleitet. Heute drängt sich der Gedanke auf, wie die Menschen auf so ein Machwerk wie "Michae"l überhaupt hereinfallen konnten, aber man findet in der Art des Textes auch einige Parallelen zu heutiger politischer Demagogie.
Eine der Möglichkeiten, vielleicht die beste von allen ist es, Demagogie zu entlarven, indem man über sie lacht. Es gibt nichts, was lächerlicher ist als die Tragödie, sagt Frieda Kahlo.
Vera Borek und Michael Gruner werden Auszüge aus dem Roman lesen und gerade auf diese Lächerlichkeit in der logischen Schlussfolgerung hinweisen und dabei sprachliche Bezüge zu heute aufdecken.
"Michael. Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern von Joseph Goebbels", Theater Hamakom-Nestroyhof, Nestroyplatz1, 1020 Wien.
Salon am 29. Oktober 2012, 20.00 Uhr
Sonntagsmatinée am 18. November 2012, 13.00 Uhr
Es lesen Vera Borek und Michael Gruner. Dramaturgie: Susanne Höhne.
Entstehung und Zerfall eines Staates, islamischer Fundamentalismus, Staatsterror und Propagandaschlachten, gesehen mit den Augen von Großvater und Enkelsohn in zwei Jahrhunderten: Was der Abenteurer, Provinzgouverneur, Salontiger und Staatsmann Rudolf Slatin Pascha im 19. Jahrhundert im Sudan erlebt hat, erzählt eine Reise, die sein Enkel George Galitzine im 21. Jahrhundert nachvollzieht.

Slatin in der KLeidung
eines Mulazim,
Leibwächter des Mahdi
Zwischen Österreich, Triest, Port Sudan, Khartum und Darfur spielt sich die Spurensuche des Enkels ab: Während der Großvater mit dem MahdiaufstandÍ konfrontiert war, nach jahrelanger Gefangenschaft endlich fliehen konnte und im Auftrag des britischen Geheimdienstes sein propagandistisches Buch „Feuer und Schwert im Sudan“ verfasste, wird George Zeuge des Dramas von Darfur und der Propagandaschlachten in TV und Internet; während Rudolf wesentlich an der Staatswerdung des Sudan beteiligt war, beobachtet George die Auflösung des größten afrikanischen Landes; während der Mahdi noch heute eine legendäre Gestalt im Sudan ist, wird dessen aktueller Präsident, Omar al-Bashir, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt; und während es im 19. Jahrhundert Franzosen und Briten waren, die sich um Macht und Einfluss im Sudan stritten, ist es heute vor allem China, das seine Hand nach den reichen Erdölvorkommen ausstreckt – ein dramaturgischer Bogen, der 130 Jahre und zwei Kontinente umspannt.
Ein spannender Film, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verzahnt und nicht nur durch den Drehort Sudan besticht sondern auch durch die menschlichen Begegnung während der aufwändigen Dreharbeiten.

Enkel im Gespräch – George Galitzine mit
Imam Ahmed Abd Er-Rahmann Al-Mahdi
In seinen Bemerkungen zum Film, lässt sich der Regisseur, Thomas Macho, ein wenig über die Schulter schauen:
"Stellen Sie sich vor: ein österreichischer Abenteuer mit Heldenpotenzial; ein fundamentalistischer Aufstand in der Wüste; über elf Jahre Gefangenschaft am Hofe eines orientalischen Despoten; schließlich Weltruhm und alle erdenklichen Ehrungen – warum kennt eigentlich kaum jemand die erstaunliche Geschichte dieses Mannes?
Ehrlich gesagt: Auch ich kannte sie bis vor ein paar Jahren nicht. Am Anfang stand eine Internet-Recherche zu einem ganz anderen Thema. Und plötzlich zog in diesem dichten Sandsturm aus Bits & Bytes eine seltsame Karawane an mir vorbei. An der Spitze: Slatin Pascha. Dahinter ein langer Zug von Kamelen, vollgepackt mit Reizwörtern und Namen: der Mahdi, Sudan, Queen Victoria, Ober St. Veit, Khalifa, Feuer und Schwert, General Gordon, Aufstand, Khartum, Balmoral … und immer wieder Darfur.
Das war im Jahr 2004. Moment, Darfur? Da las man doch ständig irgendetwas, oder?
Und wer ist dieser Slatin Pascha? Aus Ober St. Veit? Ganze zwei U-Bahnstationen von meinem Grätzl in Penzing entfernt? Was macht der in Darfur?!
Die Lunte war gelegt, das Feuer brannte.
Es ist mein Beruf, im Auftrag des Fernsehens TV-Dokumentationen zu produzieren. Slatin Pascha und Darfur, davon war ich überzeugt, ist eine solche Geschichte. Ich warf die Angel mit folgendem Köder aus: Wie aus Rudolf Slatin, dem Sohn eines Wiener Seidenfärbers, ein Moslem in Ketten, ein Held des Victorianischen England, ein umschwärmter Salonlöwe, ein sudanesischer Staatsmann in britischen Diensten und schließlich der Retter Wiens aus bitterster Not wurde.“
Vier Jahre hat Macho an dem Film gearbeitet Finanzierung, Drehgenehmigung, das Kennenlernen der wichtigen Protagonisten, sie vor die Kamera zu bringen, das Finden eines geeigneten Führers für George Galitzine, den in England lebenden Enkel Slatins, der im Film seinen Spuren folgt, Dreharbeiten im glühend heißen Wüstensand, all das verlangte Geduld und Durchhaltevermögen.
Sowohl die Filmcrew als auch der Produzent Markus Fischer (Fischerfilm) bewiesen beides. Der Film ist in den Kinos angelaufen und muss gesehen werden.
Slatin Pasche – Im Auftrag Ihrer Majestät. Regie. Thomas Macho. Mitwirkende: George Galitzine (Enkel von Slatin Pascha), John Kon Kelei (Dinka, ehemaliger Kindersoldat, angehender Rechtsanwalt diente als Führer für George), Imam Ahmed Abd Er-Rahmann Al-Mahdi, Dawud Al-Khalifa und andere. Produzent: Fischerfilm.
Über Formen des Erinnerns wollen wir sprechen. Über die Notwendigkeit, die Erinnerung über den Holocaust wach zu halten. Wie tun wir das? Gibt es ein Erinnern für die Zukunft? Welche Möglichkeiten haben wir zu erinnern, wenn die geschichtlichen Ereignisse in immer weitere Vergangenheit rücken? Wie kann ein kollektives Gedächtnis überhaupt aussehen?

Ruth Klüger
Das, was geschieht oder geschehen ist, wird erst dann Geschichte, wenn wir uns erinnern. Die Wirklichkeit, wie sie sich aus Fakten zusammensetzt, wird erst dann zur Wahrheit, wenn wir sie deuten. Wir verstehen die Gegenwart nur, wenn wir nicht aufhören, über die Vergangenheit zu sprechen. Auch Tiere erinnern sich, aber nur Menschen können über das Erinnerte nachdenken und die Zukunft, um dieses Wissen bereichert, gestalten. Ruth Klüger
Ruth Klüger
Geboren in Wien, wurde als Kind gemeinsam mit ihrer Mutter in die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Christianstadt deportiert.1947 Emigration in die USA, dort Studium der Germanistik und Anglistik; Professorin für Germanistik an verschiedenen Universitäten.
Werkauswahl: "Frauen lesen anders" (1996), "Gelesene Wirklichkeit. Fakten und Fiktionen in der Literatur" (2006), "Was Frauen schreiben" (2010) so wie der biografischen Veröffentlichungen "weiter leben" (1992) und "unterwegs verloren" (2008); zahlreiche Auszeichnungen, darunter Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, Theodor-Kramer-Preis, Goethe-Medaille, Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch, Thomas-Mann-Preis, Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik. 2003 wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen verliehen.

Herta Müller
Herta Müller
Geboren in Nitzkydorf, Rumänien; Studium der Germanistik und Rumänischen Literatur in Temeswar; als Übersetzerin entlassen, weil sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. 1987 Übersiedlung nach Deutschland, Gastdozenturen und -professuren; seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Auswahl aus ihrem umfangreichen schriftstellerischen Werk: "Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt" (1986), "Herztier2 (19"94), "In der Falle" (1996), "Atemschaukel" (2009), "Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel (2011). Zahlreiche Auszeichnungen, darunter Samuel-Bogumil-Linde-Preis, Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland, Franz-Werfel-Menschenrechtspreis, Ehrengabe der Heine-Gesellschaft, Kleist-Preis, Ricarda-Huch-Preis. 2009 wurde Herta Müller mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
Erinnerung an die Novemberpogrome 1938: Sprache als Gedächtnis. Ein Gespräch mit Ruth Klüger und Herta Müller. Sonntag, 11. November 2012, 19:30 bis 21:15 Uhr, Volkstheater,
Moderation: Dr. Cordula Fink-Schürmann; musikalische Begleitung: Milos Todorovski und Andrej Prozorov
Eine gemeinsame Veranstaltung des Volkstheaters mit dem österreichischen Parlament, Ehrenschutz Mag.a Barbara Prammer, Präsidentin des Nationalrats, und der Stadt Wien.
9.30: Begrüßung und Eröffnung: Nechemja Gang
10:00: Evelyn Adunka, Wien
Die Veränderungen in der Wiener jüdischen Gemeinde 1918- 1938
10.45: Mag. Shoshana Duizend-Jensen (Wiener Stadt- und Landesarchiv): Aspekte des Jüdischen Vereinslebens in Wien bis zur Schoa
11.30 Univ. Prof. Shlomo Spitzer, Bar Ilan Universität Das religiöse jüdische Leben in der Zwischenkriegszeit
13.30: Univ. Doz. Dr. Wolfgang Maderthaner (Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs): Juden in der Wiener Politik
14.15: Univ. Prof. Dr. Dan Michman (Vorstand des Internationalen Inststituts für die Erforschung des Holocausts in Yad Vashem, Vorstand des Finkler- Instituts für die Erforschung des Holocausts an der Universität Bar Ilan) Nazi Anti-Jewish policies in Austria in 1938: A formative Stage in the Escalation of Anti-Jewish Policies in General (Vortrag auf Englisch)
15.00: Dr. Doron Rabinovici, Wien: Von der Kultusgemeinde zum Ältestenrat, 1938 bis 1945
15.45: Dr. Ester Farbstein (Vorstand der Abteilung für Schoa- Studien, Michlala Jerusalem): „und trotz allem nahmen sie ihre Tora mit sich…“ Rabbiner aus Ungarn in den Arbeitslagern in Wien (Vortrag auf Hebräisch mit deutscher Übersetzung)
16.45: Mag. Brigitte Ungar-Klein (Leiterin des jüdischen Instituts für Erwachsenenbildung in Wien): „wer ein einziges Leben rettet…“ Jüdische U-Boote und ihre Lebensretter
19.30: Abschlussveranstaltung: Rav Israel Meir Lau (Oberrabbiner von Tel Aviv): Die Schoa und die heutige jüdische Identität (Vortrag auf Jiddisch)
Informationen und Anmeldung über E-Mail

Versuchen Regierungen zwangsläufig die einnehmende Wirkung der Kunst für sich zu nutzen? Sollen Künstler, die im Dienste eines verbrecherischen Staates stehen, zur Verantwortung gezogen werden? Sollten sich Künstler weigern, unter dem Patronat des Staates zu arbeiten? Können politische Verfehlungen durch unabhängige Kunst gemäßigt werden?
Diesen Fragen geht das jüdische Theater Austria in seiner Veranstaltungsreihe „Aufgerissene Fenster“ nach. Die Reihe besteht aus Filmvorführungen, Vorträgen mit Improvisationen sowie Workshops.
Filmvorführungen: Mehrmals zu sehen ist der in Österreich nur selten öffentlich vorgeführte Film „Jud Süß“ des Regisseurs Veit Harlan aus dem Jahre 1940.
Dieser Film wurde von den Nationalsozialisten als antisemitischer Propagandazug konzipiert. Im Zentrum des Geschehens steht die historische Figur Joseph Süß Oppenheimer (1698-1738), der als „Hofjude“ des Herzogs Karl Alexander von Württemberg und als Opfer eines antisemitischen Justizmordes in die Geschichte eingegangen ist.
Der Reichspropagandaleiter Josef Goebbels notierte am 18. August 1940 in sein Tagebuch: „Ein ganz großer, genialer Wurf. Ein antisemitischer Film, wie wir ihn uns nur wünschen können. Ich freue mich darüber.“ Der Film „Jud Süß“ entpuppte sich als äußerst effizientes Mittel, um mit dem Medium Film antisemitische Ressentiments salonfähig zu machen und das Volk auf die Vernichtung der europäischen Juden vorzubereiten. Zwischen 1940 und 1943 sahen den Film 20,3 Millionen Menschen des Deutschen Reiches.
Improvisierte Vorträge: An zwei Abenden (4.10., 8.11.) blickt das Jüdische Theater Austria in improvisierten Vorträgen auf sein 13-jähriges Bestehen zurück. Dabei skizziert der künstlerische Leiter Warren Rosenzweig die Entstehungsgeschichte des Theaters und spricht über dessen Ziele. Des Weiteren thematisiert Rosenzweig die politische Abhängigkeit oder Unabhängigkeit von Kulturschaffenden und setzt sich kritisch mit der Kulturförderung des Staates auseinander
Workshops: An zwei Nachmittagen (6.10., 7.10.) findet ein Workshop mit dem Titel „Kulturpolitisch unabhängige Gemeinschaft“ statt. Die Teilnehmer des Workshops setzen sich mit der Frage auseinander, was Kunst ohne öffentliche Kontrolle bedeutet und was sie zu bewirken vermag. Mit dabei sind unabhängige Künstler und Kulturmacher. Der Workshop richtet sich an alle, die sich für nicht staatlich geförderte Kunst und Kultur interessieren.
Das Jüdische Theater Austria: Gegründet im Jahre 1999, ist das jüdische Theater Austria das erste Theater seit 1938, das seine kreativen Bemühungen auf die jüdische Kultur und deren Platz im Wiener Erbe richtet.
Das Theater konzipiert und produziert neue Werke für die Bühne. Besonderes Augenmerk wird dabei gerichtet auf interkulturelle Erlebnisse, die soziale Verantwortung des Einzelnen,
„Anderssein“ und Fremdenhass sowie auf die Geschichte des europäischen Antisemitismus.
Aufgerissene Fenster, eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Theater und Film in seiner Beziehung zu Gesellschaft und Politik“. 1. Oktober 2012 bis 8. November 2012, Window, Kandlgasse 6, 1070 Wien.
Jud Süß (1940)* (jeweils mit Einleitung und anschließender Diskussion) Mo., 1. Okt. 2012, 19 Uhr sowie jeden Di., 2. Okt. - 6. Nov. 2012, 19 Uhr.
Improvisierte Vorträge Totem & Tabor i – The Genesis and Second Coming of the Jewish Theater of Austria (In Englischer Sprache) Mi., 4. Okt. 2012, 19 Uhr, Do., 8. Nov. 2012, 19 Uhr.
Workshops Kulturpolitisch unabhängige Gemeinschaf: t Sa., 6. Okt. 2012, 14-20 Uhr, So., 7. Okt. 2012, 14–20 Uhr.
Eine Veranstaltungsreihe des Jüdischen Theaters Austria in Kooperation mit den Herbstfestwochen von Wien Neubau.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Die Gesellschaft für politische Aufklärung nimmt den 80.Geburtstags ihres Vorstandsmitglieds, der Autorin, Journalistin, Kulturmanagerin und Zeitzeugin Prof. Angelica Bäumer zum Anlass, am 27. und 28. November 2012 ein Symposion für „einen Abend und einen Tag“ zum Thema „Zeitgeschichte ohne Zeitzeugen - vom Mythos des Zeitzeugen“ zu veranstalten.

Prof. Angelica Bäumer wird 80
Das gewählte Thema ist von besonderer gesellschaftspolitischer, zeithistorischer und pädagogischer Bedeutung: In naher Zukunft wird es keine Zeitzeugen mehr geben, die ihr Wissen, insbesondere über die Jahre 1938 bis 1945, aus unmittelbarer Erfahrung an die nachfolgenden Generationen weiter geben und davon ausgehend, sozusagen aus einer authentischen Perspektive, mit ihrer Zuhörerschaft auch aktuelle politische Probleme ansprechen und diskutieren können.
Vieles aus der Zeit des Nationalsozialismus wissen wir nur aus Zeitzeugenberichten. Viele, die sich stark genug dazu fühlten haben geredet, viele haben aber auch aus Scham oder Verletzung geschwiegen. Die Mutigen unter ihnen, allen voran Hermann Langbein, der Chronist von Auschwitz, haben Zeugnis abgelegt, haben berichtet und sind nicht müde geworden an das Unsägliche zu erinnern und aufzuklären. Während sich Leon Zelman für Versöhnung und Kontakte der Jugend Österreichs und Israels einsetzte, verschrieb sich Simon Wiesenthal der Suche nach Naziverbrechern – unbeirrt, aber nicht zur Freude so mancher österreichischer Politiker. Viele Überlebende haben Bücher geschrieben, haben Bericht erstattet und Umstände beschrieben, die kaum vorstellbar sind.
Was können wir noch tun? Jenseits der Wissenschaft, als Zeitzeugen und Personen, die zwar auch erklären und analysieren können, aber eben auch erlebt haben. Welche Aufgabe können – ja müssen! – wir noch wahrnehmen?
Davon soll das Symposion handeln. Natürlich ist es uns Veranstaltern am Wichtigsten, dass Zeitzeugen auftreten und berichten, aber – und das ist leider ein mehr biologisches Problem – es gibt nicht mehr viele. Die Fragen, die wir vielleicht noch stellen wollen, können von ihnen nicht mehr beantwortet werden, nur noch die Archive werden „reden“, nicht mehr die Menschen. Das ist der große Verlust, weil man ja weiß, wie wesentlich die persönlichen Erinnerungen sind. Denn auch fast 70 Jahre nach der Befreiung ist nichts verloren gegangen, selbst wenn Ausgrenzung, KZ-Haft oder Verfolgung „nur“ 1 oder 2 Jahre gedauert haben, die Erinnerung hat sich zu tief eingegraben und man wird keinen einzigen Zeitzeugen finden, der sich nicht detailliert an die Umstände dieser Zeit erinnert, an die Stimmen der Bewacher, an die Gerüche, an den Hunger, an Niedertracht und Hass im Lager wie außerhalb. Man kann sich durch die gesamte Literatur über den Holocaust lesen, die Berichte sind vielleicht persönlich gefärbt, aber die Fakten stimmen überein, sind eindeutig und einhellig, sie entsprechen der Wahrheit und sind längst auch wissenschaftlich untersucht und bewiesen. Hier bedarf es keiner „Unschuldsvermutung.

Paul Gulda, Symposions-Gast
Das Symposion, in dessen Rahmen Angelica Bäumer am Abend des 27. November den einleitenden Vortrag halten wird, setzt sich zum Ziel, die genannten Problemstellungen aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven kritisch zu reflektieren und zu diskutieren: in erster Linie aus der Sicht von Zeitzeugen, aber auch von Zeithistorikern, Politologen, Psychologen, Pädagogen, Kulturvermittlern und Medienfachleuten. Es geht aber nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um die Zukunft, um die prinzipielle Frage wie man mit der Zeitgeschichte, demnächst ohne Zeitzeugen, umgehen kann, soll und muss, es geht aber auch um die grundsätzliche Frage nach dem Verhältnis zwischen Politik und Verantwortung.
Als Mitwirkende an dem Symposion wurden unter anderen Raphael Gross (Jüdisches Museum Frankfurt), Paul Gulda und Eduard Erne (Künstler), Rudi Gelbard (Zeitzeuge), Brigitte Halbmayr (Politologin, Lagergemeinschaft Ravensbrück), Hannah Lessing (Nationalfonds), Josef Shaked (Psychiater, Zeitzeuge), Susanne Scholl (Journalistin), Erika Thurner (Zeithistorikerin, Politologin), David Vyssoki (Psychiater, ehemaliger Leiter von ESRA) und Manfred Wirtitsch (bm:ukk), aber auch Zeitzeugen der nächsten Generationen, David Peters (Wien) und Maximilian Peters (Jerusalem) eingeladen.
Auskunft und Anmeldung: Prof. Angelica Bäumer, Dr. Karin Liebhart (Geselschaft für politische Aufklärung
Eröffnungsdoppelkonzert am 3.11. im Porgy & Bess (Riemergasse 11, 1010 Wien): Klezmer Reloaded feat. Agnes Palmisano +TonI Stricker Trio (Beginn 20.30 Uhr)
Weitere Doppelkonzerte: Stella & Ma Piroschka + Koby Israelite Duo; Schikker Wi Lot + Dray Shvester; Di Brider + Ensemble Klesmer Wien; Trio Klok mit Alexander Wladigerhoff + Karsten Troyke & Trio Scho & Jan Hermerschmidt; Kohelet 3 feat. Merouga + Brian Bender Little Shop of Horas; Bruno Girard & Denis Cuniot + Yat Belzer Sisters & Roman Grinberg.
Abschlussgala 1 am 17.11. im Porgy & Bess: Samech + Leon Gurvitch Project feat. Frank London (20.30 Uhr)
Abschlussgala 2 am 18.11. im Metropol (Hernalser Hauptstr. 55, 1170 Wien): Diona Klezmer + Das Grossmütterchen Hatz Salon Orkestar (20 Uhr)
Rahmenprogramm: Sonntagsmatineen im Filmcasino mit Stummfilmen; Fabian Pollack hält mit Gästen montägliche Sessions im Kultur Cafe Tachles (Karmeliterplatz 1,1020 Wien) ab.
KlezMORE Festival Vienna, 3. bis 18. November in Wien. Abendkassa am Spieltag ab 19.00 Uhr. Freie Platzwahl, fallweise Stehplätze. Festivalinformationen und Programm.

Polina und Merlin Shepherd,
Stars der Klzemer Musik,
zu Gast im jiddischen Kulturherbst.
Der jährlich stattfindende Jiddische Kulturherbst will mit seinem vielfältigen Angebot die große Bandbreite jiddischer Kultur zeigen, wobei der Schwerpunkt auf der Musiktradition liegt.
Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland werden jedes Jahr eingeladen, ihr musikalisches und humorvolles Programm zu präsentieren.
Das Eröffnungskonzert liegt in den bewährten Händen von Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, der mit seinem neuen Programm „Altes und Najes“ einen Bogen von alten bekannten jiddischen Volksliedern zu Schlagern von gestern und heute spannen wird. Oberrabbiner Eisenberg wurde in Wien geboren und ist seit 1988 das religiöse Oberhaupt des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs. zugleich auch ein begeisterte Entertainer und Sänger. Ganz in der Tradition der singenden und unterhaltenden Rabbiner wird er den Eröffnungsabend gestalten. Mit einer Mischung aus Anekdoten, Gesang und jiddischen Weisheiten wird er auch heuer wieder für einen amüsanten Abend sorgen.
Der Abschlussabend, „Jüdische Neschome – Jüdische Seele“, gehört Oberkantor Shmuel Barzilai. Er stellt dabei erneut sein vielseitiges Können in unterschiedlichen Stilrichtigen unter Beweis.
15. November, 19.30 Uhr, Theater Akzent, Theresianumgasse 18, 1040 Wien.
Jiddischer Kulturherbst, 16. Oktober bis 15. November. Eröffnungskonzert: Rabbi Chaim & friends bringen „Alte und Najes“. 16. 10., Odeon, Taborstraße10, 1020 Wien. Das gesamte Programm finden sie auf der Website des Jiddischen Kulturherbstes.

Daniel Kahn aus Detroit siedelte 2005 nach Berlin und gründete „The Painted Bird“. Er singt Englisch, Deutsch und Jiddisch und bringt auch auf seinem neuen Album, dem dritten, eine virtuose Mischung aus Klezmer, radikalen jiddischen Songs, politischem Kabarett und Punk Folk.
Ob er Lieder von Bert Brecht / Kurt Weill, eigene Songs, seine Version deutscher Schlager oder adaptierte jiddische Klassiker bringt, immer wird Kahn seinem Ruf als Kult-Klezmorik, bei dessen Musik sich das Publikum unterhält, auch tanzt. Und doch meint Kahn seine subversiven Texte, seine oft punkige Musik ganz ernst.
Er tritt mit seiner Band in Lederjacke mit Hut im Berliner Kaffee Burger auf und singt, rockig, zärtlich, politisch und poetisch, über innere Emigration und den Marsch der Arbeitslosen. Manchmal wird dazu getanzt. „Verfremdungsklezmer“ nennt er das und man darf froh sein die „Laust Causes“, die „Verlorenen Dinge“ gefunden zu haben.
Daniel Kahn & the Painted Bird: Laust Causes, RIENCD 77, Vertrieb in Österreich: Lotusrecords.
Sein vielseitiges Können hat Oberkantor Shmuel Barzilai bereits auf mehreren CD’s unter Beweis gestellt. Er wurde in Jerusalem als Sohn einer bekannten Kantorenfamilie geboren und studierte an der Yeshiva „Beer Yaakov", K’nesset Chiskijahu und Hevron. Er ist Absolvent des Institutes für Musik und kantoralen Gesang in Tel Aviv, wo er bei einer Reihe von weltberühmten Kantoren und Musikern, unter anderem bei Moshe Stern, Naftali Herstik und Shmuel Taube, studierte. Seit 1992 ist Shmuel Barzilai Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. An der Wiener Universität machte er auch seinen Magister der Philosophie und Judaistik und veröffentlichte 2007 das Buch „Musik und Ekstase im Chassidismus”.
Seit 1992 ist Shmuel Barzilai Oberkantor der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Gebren wurde er in Jerusalem als Sohn einer bekannten Kantorenfamilie. Barzilai studiertean der Yeshiva „Beer Yaakov", K’nesset Chiskijahu und Hevron und ist Absolvent des Institutes für Musik und kantoralen Gesang in Tel Aviv, wo er von einer Reihe weltberühmte
r Kantoren und Musiker, unter diesen Moshe Stern, Naftali Herstik und Shmuel Taube, unterrichtet wurde.
Nach der Übersiedlung nach Wien machte er an der Universität seinen Magister der Philosophie und Judaistik und veröffentlichte 2007 das Buch „Musik und Ekstase im Chassidismus”.
Die neue CD „Song and Prayer" umfasst liturgisch-kantorale Gesänge, aber auch Lieder wie „A Yiddishe Mame”. Der Tenor besticht auf dieser Sammlung von Gesängen auch durch seine unverkennbare Stimme. Begleitet wird er von dem S.F.Y. Philharmonic Orchestra und Choir unter der Leitung von Mordechai Sobol. Bei „Retze Atiratam” von Yosef Rosenblatt, „Kehilot Hakodesh” von Shmuel Malavsky und Mordechai Sobols „Oseh Shalom” erhält Barzilai Unterstützung vom Wunderkind Yonatan Shainfeld,dessen Stimme jene des Kantors fabelhaft kontrastiert. Beim Friedenslied wirkt auch Cantor Moshe Stern mit.
Ein musikalisches Erlebnis, das man sich immer wieder gönnen kann.
Shmuel Barzilai: Song and Prayer, erhältllich im guten Fachhandel oder im ORF-Shop.

Trude Fleischmann um 1932:
"Dolly Haas als Scampolo", um 1932
Vor 1938 haben speziell in Wien außergewöhnlich viele jüdische Frauen aus meist wohlhabenden Familien den Beruf der Fotografin gewählt. Stand ihnen doch seit 1908 der Beruf der Fotografin offen, während eine Laufbahn als Malerinan Kunstakademien zu studieren, noch sehr eigneschränkt war. Erst ab 1920 war es Frauen möglich offizielle die Akademie der bildenden Künste in Wien zu besuchen.
Die jungen Jüdinnen besuchten nahezu alle die „Graphische Lehr- und Versuchsanstalt“ und gaben sich nicht (mehr) mit Hilfsdiensten zufrieden. Sie eröffneten eigene Ateliers oder taten sich zu Ateliergemeinschaften zusammen. Eine der ersten war Dora Philippine Kallmus, die ihr Atelier noch "„Atelier d'Ora“ nannte. Später signierten die Damen ihre Studios mit vollem Namen.
Das Jüdische Museum geht den Gründen dafür nach und macht mit der Rückführung dieser Tatsachen in das kollektive Gedächtnis ein Stück jüdischer Wiener Frauengeschichte wieder zugänglich.

Atelier Edith Glogau, Zeitungsclip:
Frauke Lauterbach im Badekostüm
Die Ausstellung folgt dem Weg der Fotografinnen ins Exil und somit an das willkürliche Ende dieser Geschichte für Wien, erinnert aber auch an die Fortführung in anderen Ländern und Kontinenten.
Eine Auswahl von Arbeiten von 30 Wiener jüdischen Fotografinnen bietet ein repräsentatives Bild der Geschichte der österreichischen Fotografie der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, mit Arbeiten nicht nur von Madame d’Ora oder Trude Fleischmann, sondern auch kaum noch bekannten Frauen wie Edith Tudor Hart, Hilde Zipper-Strnad oder Claire Beck.
Die Show und der Katalog machen zugleich auch deutlich, wie wichtig der Anteil von Jüdinnen in diesem Bereich war. Nicht nur die Fotografinnen und ihre Arbeiten lohnen eine nähere Betrachtung, sondern auch die auf den Porträtfotos Dargestellten: Durch sie erschließt sich ein Querschnitt des kulturellen Lebens der Ersten Republik.
Die Fotos und die Lebensgeschichten der Fotografinnen lassen einen tiefen Blick auf das sich im Verlauf weniger Jahrzehnte rasant wandelnde moderne Frauenbild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu, auch und gerade in jüdischen Kreisen.
Viennas Shooting Girls. Jüdische Fotografinnen in Wien. Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien. 23. Oktober 2012 bis 3. März 2013. Sonntag bis Freitag 10–18 Uhr.

Mircea Canto: Tracking Happiness, Video-Loop, 2009
Zeitgenössische Kunst aus der Sammlung Pomeranz
Unter dem Motto „Fremde überall“ zeigt das Jüdische Museum Wien zeitgenössische Kunst der Kollektion des Wiener Sammlers Eduard Pomeranz.
Pomeranz hat sich er kulturellen Avantgarde verschrieben und sammelt Kunstwerke, die sich mit der Thematik von Geschichte und Erinnerung, Grenzüberschreitungen befassen.
Eduard Pomeranz, der 1969 in Odessa/Ukraine geboren wurde, kam mit sieben Jahren nach Wien. Während die Familie in der Sowjetunion in ständiger Angst gelebt hatte, dass ihr Judentum entdeckt werden könnte, konnte mit der Migration nach Wien das Judentum, ein Leben der Tradition und Religion, offen gelebt werden. In Wien etwas Dauerhaftes und Bleibendes zu schaffen, wurde Eduard Pomeranz zum großen Anliegen – woraus schließlich seine umfangreiche Sammlung entstand.

Eduard Pomeranz
Die Sammlung Pomeranz ist im Jüdischen Museum erstmals in großem Umfang zu sehen und reicht – um nur einige Namen zu nennen – von Marina Abramovic über Yael Bartana, Mircea Cantor, Paul Chan, Keren Cytter, Hans-Peter Feldmann, Douglas Gordon, Thomas Hirschhorn, Sigalit Landau, David Maljkovic, Boris Mikhailov, Ciprian Muresan, Adrian Paci, Joe Scanlan, Markus Schinwald und Rirkrit Tiravanija bis Lawrence Weiner. Die Schau wurde von Ami Barak kuratiert.
Das Jüdische Museum Wien will mit der Ausstellung zeigen, dass jüdische Persönlichkeiten in Wien zur Entwicklung der Kultur-, Kunst- und Geisteswelt nicht nur beigetragen, sondern sie auch getragen haben. Dies ist auch für Eduard Pomeranz auch ein Grund, seine Sammlung im Jüdischen Museum Wien zeigt - jüdische Sammler haben in der Vergangenheit einen unermesslichen Beitrag zur Entwicklung der Kultur der Moderne in Wien geleistet.
Der Titel der Schau folgt einem Text einer Neoninstallation des französischen Künstlerkollektivs Calire Fontaine, da, ebenfalls mit einer Neonarbeit, in der Ausstellung vertreten ist.
„Fremde überall – Foreigners everywhere“, die Sammlung Eduard Pomeranz. Bis 7. Oktober im Jüdischen Museum Wien, Dorotheergasse11, 1010. Sonntag bis Freitag, 10–18 Uhr.
Welch bedeutende Rolle das Byzantinische Reiche für die Entstehung des heutigen Europa gespielt hat, begreift man erst, wenn man durch die liebevoll und abwechslungsreich gebaute Ausstellung in der Schallaburg wandert. In der ehemaligen Hauptstadt des riesigen Reiches, Konstantinopel (heute Istanbul) ist nicht mehr viel zu sehen von der einstigen Macht und ihrer Pracht.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Gründung Konstantinopels im Jahr 330 bis zur Eroberung der Stadt durch die Osmanen 1453. Die Besucherinnen erleben das Werden und Vergehen des Reiches, sehen byzantinische Kunst und Kultur. Alle Sinne werden angesprochen, sogar was sonst in Museen verboten ist, das Greifen und Berühren, ist erlaubt. Hinter Türchen und in Laden warten verborgene Schätze und Informationen.
Kurzfilme, Tonbeispiele, dreidimensionale Modelle und Einblicke in das Alltagsleben der Byzantinerinnen und Byzantiner samt der riesigen Steinschneidemaschine im Hof des Schlosses machen den Besuch zu einem Erlebnis für die gesamte Familie.
Besonders ansprechend: Für Kinder gibt es Spielmaterial und einen eigenen Parcours, der auch die von Schülerinnen und Schülern im Rahmen eines Schulprojektes gezeichneten köstlichen Bildgeschichten umfasst.
Das Goldene Byzanz & der Orient. Noch bis 4. 11. 2012, täglich von 9 bis 17 Uhr, Samstag, Sonn-und Feiertag bis 18 Uhr, im Renaissanceschloss Schallaburg. Für öffentlich Anreisende gibt es einen Shuttlebus direkt vom Bahnhof Melk.
Letzte Änderung: 10.11.2012
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